Muskelarbeit


Es gibt zwei Muskelzustände: Anspannung und Entspannung.

Nur ein entspannter Muskel kann gedehnt werden.


Muskeln arbeiten entweder:

miteinander oder gegeneinander oder unabhängig voneinander.


Miteinander arbeiten heißt: Sie spannen gleichzeitig an und entspannen gleichzeitig.

Gegeneinander arbeiten heißt: Sie sind Gegenspieler.  Wenn der eine anspannt, muss der andere entspannen, um sich nicht gegenseitig in ihrer Arbeit zu behindern.


Muskelfunktion


Nach ihrer Funktion unterscheiden wir Muskeln, die vor allem bewegen und Muskeln, die vor allem Haltearbeit leisten.


Muskeln, die Haltearbeit leisten, sind in der Regel klein, kurz und wenig elastisch und wir können nicht fühlen, was sie gerade tun.


Muskeln die für Bewegung sorgen, sind die bekannten großen Muskeln am Körper, die Gelenke bewegen und bewusst gesteuert angespannt und locker gelassen werden können.



Gelenkigkeit/ Beweglichkeit


Reiter brauchen ein gewisses Maß an gesunder Beweglichkeit, aber keine übermässig antrainierte Gelenkigkeit.


Der natürliche Beweglichkeitsradius der Gelenke im Körper muss voll ausgeschöpft werden können, das geht nur wenn die Muskeln reibungslos arbeiten und das Gegenspiel - Prinzip (siehe oben) reibungslos funktioniert.  



Kraft


Ein Reiter sollte über kräftige Haltemuskulatur verfügen, um mit den Bewegungsmuskeln effektiv agieren zu können.

Ist die Haltemuskulatur schwach, müssen Bewegungsmuskeln Haltearbeit leisten und konstant anspannen. Dann können Gegenspieler (siehe oben) nicht mehr reibungslos miteinander arbeiten und es entsteht der Eindruck eines steifen („ungelenkigen“) Reiters.


Man muss also Kraft haben, um entspannt zu wirken.



Denken und fühlen


Muskelarbeit wird auf unterschiedliche Art gesteuert:


-> Unbewusst und automatisch (Haltemuskeln)

->  Vom Unterbewusstsein (Instinkt) gesteuert

->  Bewusst gesteuert.


Unser Denken und Fühlen auf dem Pferd steuert die bewusste und unbewusste  Muskelarbeit.


Gefühle und Erfahrungen beeinflussen unser Unterbewusstsein und die automatische Muskelarbeit.


Der Verstand, die Konzentration beeinflusst die bewusste Muskelarbeit. Nur bei guter Konzentration und den „richtigen Gedanken“  funktioniert die reibungslose bewusste Muskelanspannung.


Der Körper wird bewusst gegebene Befehle an die Muskulatur nur ausführen, wenn sie:


-> korrekt gegeben werden

-> wenn der Körper in der Lage ist, zu gehorchen

-> wenn der Körper sich bei der Ausführung nicht in Gefahr begibt.



Das Problem


Viele Sitzprobleme des Reiters entstehen, weil seine Muskeln nicht kräftig genug sind. Dadurch weiß das Unterbewusstsein, dass die körperliche Unversehrtheit des Menschen auf dem Pferd nicht gegen ist und gehorcht dem bewusst gegebenen Befehlen nicht, sondern verlässt sich lieber auf die Befehle aus dem Instinkt.  Oder anders ausgedrückt: Wenn die Stabilität auf dem Pferd nur durch Anspannen von Bewegungsmuskeln gehalten werden kann, weil der Reiter seine Haltemuskeln nicht genug trainiert hat, wird er nicht weich und elastisch sitzen können.

Der Instinkt agiert aufgrund von Millionen Jahre alter Erfahrung unserer Evolution als Fußgänger, nicht als Reiter.  



Zum Erhalt reiterlichen Fitness


gehört deshalb:  


die Kräftigung der Haltmuskulatur für die Stabilität und Sicherheit auf dem Pferd


die Förderung der Dehnungsfähigkeit der Bewegungsmuskulatur für die optimale Beweglichkeit auf dem Pferd


Mentales Training für das richtige Denken auf dem Pferd



Etwas Grundlagenwissen