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                                         Do it with Chi


                                         Erläuterungen und Erklärungen zu “Do it with Chi”

                                         Die hier beschriebenen Erklärungen entsprechen meinem persönlichen

                                  Empfinden und sollten nicht als allgemein gültige Fakten verstanden werden!


Chi und Qi


Tai Chi ist die in Deutschland gängige Abkürzung für die alte chinesische Kampfkunst Tai chi Chuan (Taijiquan), das “Schattenboxen”

Tai Chi allein wird gerne übersetzt als “Tai”: “Das höchste” und “Chi” : “Prinzip”

Das “Schattenboxen” ist also “eine Kampfkunst nach höchsten Prinzipien”.

Das Qi aus Qi gong hingegen steht für “Energie, Atem” und wird gerne als geheimnisvolle Kraft erklärt, die Körper und Geist unnatürliche Fähigkeiten verleiht und auf geheimnisvolle Weise für Gesundheit bis ins hohe Alter sorgt.

Ich habe mit Absicht für meine Arbeit nicht den Slogan “Do it with Qi” verwendet sondern geschrieben “Do it with Chi” und meine damit “Mach es nach höchsten Prinzipien, mach es mit höchsten Ansprüchen”. Hiermit möchte ich ausdrücken, dass es auf diesen Seiten nicht um geheimnisvolles oder esoterisches geht, sondern um effektive Nutzung.

Durch das Training von Bewegungsmustern aus dem Tai chi und Qi Gong  nutze ich die vorhandenen Gegebenheiten meines Körpers, meiner Umwelt und meines Geistes auf optimale Weise.

Ich lerne und übe die traditionelle Form (lange Form mit 108 Bewegungen) des Yang Style (Yang Stil) des Tai chi unter Anleitung von Dr. Stephan Langhoff und Angela Plarre (Deutscher Taichi-Bund - Dachverband für Tai Chi & Qigong e. V.)

Der Yang Style ist der am häufigsten praktizierte Tai-Chi-Stil. Er wurde von der Yang-Familie entwickelt. Meister Yang Zhenduo und sein Vater Meister Yang Chengfu sind weltweit bekannte Vertreter dieses Tai Chi Stiles. Für weitere Informationen rund um die Chinesischen Kampfkunstformen empfehle ich den Besuch von:www.tai-chi-zentrum.de



Effektive Nutzung der vorhandenen Gegebenheiten


Im Sport und im Alltag nutzt mein Körper Muskeln um Bewegungen auszuführen.

Muskelarbeit verbraucht Energie. Je effektiver ich mit meinem Energiehaushalt umgehe, desto Kraft sparender und gesünder bewege ich mich. Ich nutze meine Resourcen optimal.


Gleichgewicht


Die Bewegungsmuster des Tai Chi lehren den Praktizierenden, immer im Gleichgewicht zu sein. Solange sich der Körper im Gleichgewicht befindet, braucht er wenig Energie, kommt er aus dem Gleichgewicht, braucht er Muskelkraft für die eigene Haltungsarbeit, was zu unnötigem Energieverbrauch führt.

Baut man einen Turm aus Bauklötzen und setzt sorgfältig einen Baustein auf den anderen, steht der Turm selbstständig und stabil, liegen die Bauklötze nur ungefähr gerade aufeinander, braucht man Stützen an den Seiten, damit der Turm nicht umkippt.

Beim Tai Chi lernt der Körper zu fühlen, wann alle Knochen optimal im Gleichgewicht aufeinander aufgebaut sind.


Bewegungsfunktion und Haltefunktion


Man unterscheidet bei der Muskelarbeit die Bewegungsfunktion und die Haltefunktion. Während wir die Bewegungsfunktion bewusst im Gehirn steuern können und direkt Muskeln den Befehl zum anspannen und entspannen geben können, wird die Haltefunktion unbewusst gesteuert.


Beispiel: Wenn ich eine Faust mache und dann wieder die Hand öffne, fühle ich deutlich wie die beteiligten Muskeln anspannen und dann wieder entspannen. Wenn ich meine Hand einfach nur aufrecht offen halte, habe ich das Gefühl nicht zu arbeiten, weil ich keine Muskelanspannung fühle. Dennoch arbeiten sehr viele Muskelfasern denn sonst würde meine Finger zusammenfallen und nach unten sacken und ich kann kein bewusstes entspannen befehlen. Diese eigentlich sehr wichtige automatische und nicht bewusst steuerbare Funktion unseres Körpers ist lebensnotwendig. Gäbe es sie nicht würden wir sterben, sobald wir einschlafen.


Unser “moderner” Lebenstil sorgt leider dafür, dass die Haltefunktionen unserer Muskeln nicht mehr optimal genutzt werden. Gute funktionierende Muskel - Haltefunktionen hätten wir, wenn wir wie unsere Vorfahren auf dem Boden sitzen und viel laufen oder krabbeln würden, unterentwickelte Muskelhaltefunktionen haben wir, weil wir aufrecht stehen, wenig und nur in kleinen Schritten gehen und beim Sitzen immer eine Lehne haben, damit unser Körper sich nicht aus eigener Kraft aufrecht halten muss.

Bei Tai chi trainiert man extrem und effektiv die Haltefunktionen von Muskeln. Je mehr der Körper die Haltefunktionen nutzt, desto mehr Energien stehen für die Bewegungsmuskel- Funktionen zur Verfügung.

Man spürt deutlich, dass man mehr Kraft, Ausdauer und Effizienz zur Verfügung hat.


Ein großer Irrtum: Anspannung - Entspannung und Schlaffheit


Da man beim Tai chi und Qigong lernt, seine Recourcen effektiv zu nutzen, kann man bereits nach einigen Wochen des Trainings Bewegungen mit deutlich weniger spürbarem Kraftaufwand ausführen, für die man vorher viel Kraft gebraucht hat.

In den Regeln zur Ausübung der Kampfkunst (die “10 Prinzipien”) heisst es deshalb auch man solle die “Kraft des Geistes statt Kraft des Körpers” nutzen. Viele Tai chi praktizierende deuten diese Anweisung so, dass sie keine Kraft aufwenden sollen und absolvieren die Bewegungen der einzelnen Übungen dann sehr schlaff und versuchen jede Anstrengung zu unterbinden.

Richtig ist, dass ich am Anfang der Übungen des Tai chi sehr anstrengend trainiere,

um meinen Körper an die Bewegungsmuster des Tai chi zu gewöhnen. Erst wenn sich die Muskeln umgestellt und umgewöhnt haben, tritt der Effekt ein, dass ich das angenehme Gefühl habe, mich mühelos zu bewegen.


Ein weiterer großer Irrtum: Innere Kampfkunst, Kraft des Geistes, Meditation


Manche Menschen glauben, dass sie die Übungen des Tai chi in einer Art “verträumter Trance” ausführen sollen.

Richtig ist, dass man beim Tai Chi seine Gedanken auf das absolut wesentliche konzentriert.

In unserer modernen Welt ist unser Gehirn ständig überfordert, kleine Bewegungen, leise Geräusche und den Zustand unseres eigenen Körpers nehmen wir viel zu wenig wahr.

Beim Tai chi lernt man durch Konzentration, das laute und aufdringliche aus unserer Umwelt aus dem Gehirn heraus zu halten, so dass man das leise, das langsame und die eigenen Empfindungen im Körper wahr nehmen kann.

Nervenzellen haben Zeit Befehle an Muskeln zu schicken, die sonst im “allgemeinen Lärm und Getümmel” unter gehen. Hierdurch spart man Energie, das Denken und Handeln wird effektiv und leicht.